Informationen zu Norovirus-Erkrankungen
Infektionen mit Noroviren
Ein großer Teil der Magen-Darm-Erkrankungen wird inzwischen durch sogenannte Noroviren (früher auch als Norwalk-ähnliche Viren bezeichnet) verursacht. Die Infektionen treten gehäuft in den Winter- und Frühjahrsmonaten auf. Dabei verbreitet sich der Virus besonders häufig in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen, auf, in denen der Kontakt zwischen Menschen sehr eng ist. Senioren und Kinder erkranken daher auch sehr häufig. Norovirus-Infektionen sind gemäß Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Bei dem Norovirus handelt es sich um einen vergleichbar kleinen Virus aus der Familie der Caliciviridae, der sich aufgrund seines Vervielfältigungsprozesses in der Zelle schnell verändert. Es ist daher schwer, eine Immunität gegenüber dem Virus aufzubauen. Noroviren sind sehr umweltresistent und leider auch nur eingeschränkt empfindlich gegenüber üblichen Desinfektionsmitteln. Diese Tatsache und die geringe infektiöse Dosis von weniger als 100 Viruspartikeln trägen dazu bei, dass Infektionen oft schwer eingedämmt werden können. Daher ist auch bei Infektionen in Privathaushalten eine besonders intensive Beratung zu Hygienemaßnahmen und damit zur Vorbeugung einer Ansteckung notwendig.
Symptome
Noroviren verursachen akut beginnende Magen-Darm-Erkrankungen, die in der Regel 2 Tage dauern. Dabei kommt es häufig zu schwallartigem, heftigem Erbrechen und zu starken Durchfällen, die zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen können. Meist besteht ein starkes Krankheitsgefühl mit abdominellen Schmerzen, Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Mattigkeit und manchmal leicht erhöhter Temperatur.
Ansteckung und Übertragungsweg
Die Inkubationszeit bei Mensch-zu-Mensch-Übertragung beträgt zwischen 10 und 50 Stunden.
Die Übertragung erfolgt fäkal-oral oder auch aerogen z.B. beim Brechvorgang. Meist erfolgt eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung. Infektionen können aber auch über kontaminierte Gegenstände, Speisen und Getränke erfolgen. Personen sind während der akuten Erkrankung bis zu 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome ansteckungsfähig. Der Virus kann aber auch darüber hinaus noch eine Zeit lang im Stuhl nachgewiesen werden. Die Hygienemaßnahmen sind daher über die Erkrankung hinaus noch sinnvoll.
Hinweise zur medikamentösen Behandlung
Eine kausale Behandlung von Norovirus-Infektionen ist nicht möglich. Derzeit gibt es auch keine Impfung. Die wichtigste medikamentöse Maßnahme ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten während der akuten Erkrankung um entsprechende Verluste auszugleichen. Dafür stehen entsprechende Fertigarzneimittel für Kinder und für Erwachsene zur Verfügung.
Von Ärzten werden daneben häufig Metoclopramid-haltige Präparate gegen die Übelkeit und das Erbrechen verordnet. Neben der erforderlichen Beratung sollte dazu dringend auf die jeweiligen Dosierungsangaben bei den verschiedenen Präparaten geachtet werden.
Zur Wirksamkeit anderer Arzneimittel, die üblicherweise gegen Durchfallsymptome empfohlen werden liegen derzeit keine Informationen vor.
Desinfektion und Hygiene
Zur Vermeidung einer Ausbreitung der Infektion müssen in betroffenen Einrichtungen, aber auch in Privathaushalten Hygieneregeln eingehalten werden.
Heimversorgende Apotheken sollten bei einer entsprechenden Anfrage aus dem Heim dringend auf die Empfehlungen des Robert-Koch- Instituts und das Gesundheitsamt verweisen.
Bei einem Ausbruch in Gemeinschaftseinrichtungen sollten zusätzlich zu den üblichen Hygienemaßnahmen viruswirksame, alkoholhaltige Desinfektionsmittel für die Hände und für patientennahe Flächen zum Einsatz kommen. Dem Personal empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) Schutzkittel, Handschuhe und Mundschutz. Weitere Informationen dazu erhalten die Heime - sofern nicht bekannt – beim RKI oder den Gesundheitsämtern.
Für Privathaushalte können folgende Empfehlungen weitergegeben werden:
Hände: Neben dem üblichen Händewaschen sollte der Kranke nach jedem Besuch der Toilette seine Hände desinfizieren. Eine Händedesinfektion ist für jeden erforderlich, der direkten Kontakt zu den Ausscheidungen (Erbrochenes, Stuhl, Windel) des Kranken hatte. Dafür kommen gegen Viren wirksame Desinfektionsmittel (in der Regel Alkohol-haltige) in Frage. Nähere Informationen zu Eignung von Produkten bei Norovirus-Infektionen müssen bei den Herstellern erfragt werden oder können den Produktinformationen entnommen werden. Natürlich kann auch die Liste der anerkannten Desinfektionsmittel des RKI weiterhelfen (www.rki.de).
Flächen: Die Toilette und möglicherweise Türklinken, Wasserhähne oder Flächen auf die erbrochen wurde, müssen nach der Benutzung durch den Kranken desinfiziert werden. Dafür sollte ein geeignetes Flächen-Desinfektionsmittel verwendet werden. In Frage kommen z.B. Präparate auf der Basis von Natriumhypochlorit für die Reinigung der Toilette oder Alkohol-haltige Tücher zur Schnelldesinfektion von Türklinken und anderen Flächen. Informationen zu geeigneten Fertigprodukten sind auch für diesen Fall am besten über einen Hersteller oder die Produktinformation oder über die Liste der anerkannten Desinfektionsmittel des RKI erhältlich.
Wichtig für die Beratung ist der Hinweis, dass die in der Produktinformation angegebene Einwirkzeit eingehalten werden muss.
Für die Reinigung und Flächendesinfektion sollten zum eigenen Schutz Einmalhandschuhe getragen werden.
Sofern keine Bereitschaft zur Desinfektion vorliegt, sollte wenigstens zu ausreichendem Händewaschen mit Seife oder Syndet – insbesondere nach der Benutzung der Toilette und vor der Zubereitung von Speisen – und zu einer gründlichen Reinigung von Flächen in der Toilette und der Türklinken mit üblichen Reinigungsmitteln geraten werden.
Weitere Tipps gegen Ansteckung:
- Um eine weitere Ausbreitung der Viren zu verhindern, sollten Patienten Bettruhe einhalten und möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen haben. Engen Körperkontakt oder Händegeben sollte man vermeiden
- Gründliches Händewaschen nach jedem Gang zur Toilette, nach Kontakt mit einem Erkrankten und vor der Zubereitung von Speisen
- Abtrocknen der Hände an Einweg-Handtüchern oder zumindest an einem eigenen Handtuch. Der Erkrankte selbst sollte eigene Handtücher benutzen
- Wegen der möglichen verlängerten Ausscheidung der Viren empfiehlt es sich, die Hygieneregeln mindestens bis zwei Wochen nach Verschwinden der Symptome zu befolgen
- Verunreinigte Wäsche sollte bei Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.
- Allgemein gilt, bei einer Magen-Darm-Infektion lieber zu Hause zu bleiben, weil die Gefahr, andere anzustecken, sehr groß ist.
Erkrankte Kinder unter sechs Jahren dürfen aus diesem Grund Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Auch dürfen erkrankte Personen weder in Lebensmittelberufen noch als Betreuer in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sein. Sie sollten ihre Arbeit frühestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome wieder aufnehmen.
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Ein großer Teil der Magen-Darm-Erkrankungen wird inzwischen durch sogenannte Noroviren (früher auch als Norwalk-ähnliche Viren bezeichnet) verursacht. Die Infektionen treten gehäuft in den Winter- und Frühjahrsmonaten auf. Dabei verbreitet sich der Virus besonders häufig in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen, auf, in denen der Kontakt zwischen Menschen sehr eng ist. Senioren und Kinder erkranken daher auch sehr häufig. Norovirus-Infektionen sind gemäß Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Bei dem Norovirus handelt es sich um einen vergleichbar kleinen Virus aus der Familie der Caliciviridae, der sich aufgrund seines Vervielfältigungsprozesses in der Zelle schnell verändert. Es ist daher schwer, eine Immunität gegenüber dem Virus aufzubauen. Noroviren sind sehr umweltresistent und leider auch nur eingeschränkt empfindlich gegenüber üblichen Desinfektionsmitteln. Diese Tatsache und die geringe infektiöse Dosis von weniger als 100 Viruspartikeln trägen dazu bei, dass Infektionen oft schwer eingedämmt werden können. Daher ist auch bei Infektionen in Privathaushalten eine besonders intensive Beratung zu Hygienemaßnahmen und damit zur Vorbeugung einer Ansteckung notwendig.
Symptome
Noroviren verursachen akut beginnende Magen-Darm-Erkrankungen, die in der Regel 2 Tage dauern. Dabei kommt es häufig zu schwallartigem, heftigem Erbrechen und zu starken Durchfällen, die zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust führen können. Meist besteht ein starkes Krankheitsgefühl mit abdominellen Schmerzen, Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, Mattigkeit und manchmal leicht erhöhter Temperatur.
Ansteckung und Übertragungsweg
Die Inkubationszeit bei Mensch-zu-Mensch-Übertragung beträgt zwischen 10 und 50 Stunden.
Die Übertragung erfolgt fäkal-oral oder auch aerogen z.B. beim Brechvorgang. Meist erfolgt eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung. Infektionen können aber auch über kontaminierte Gegenstände, Speisen und Getränke erfolgen. Personen sind während der akuten Erkrankung bis zu 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome ansteckungsfähig. Der Virus kann aber auch darüber hinaus noch eine Zeit lang im Stuhl nachgewiesen werden. Die Hygienemaßnahmen sind daher über die Erkrankung hinaus noch sinnvoll.
Hinweise zur medikamentösen Behandlung
Eine kausale Behandlung von Norovirus-Infektionen ist nicht möglich. Derzeit gibt es auch keine Impfung. Die wichtigste medikamentöse Maßnahme ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten während der akuten Erkrankung um entsprechende Verluste auszugleichen. Dafür stehen entsprechende Fertigarzneimittel für Kinder und für Erwachsene zur Verfügung.
Von Ärzten werden daneben häufig Metoclopramid-haltige Präparate gegen die Übelkeit und das Erbrechen verordnet. Neben der erforderlichen Beratung sollte dazu dringend auf die jeweiligen Dosierungsangaben bei den verschiedenen Präparaten geachtet werden.
Zur Wirksamkeit anderer Arzneimittel, die üblicherweise gegen Durchfallsymptome empfohlen werden liegen derzeit keine Informationen vor.
Desinfektion und Hygiene
Zur Vermeidung einer Ausbreitung der Infektion müssen in betroffenen Einrichtungen, aber auch in Privathaushalten Hygieneregeln eingehalten werden.
Heimversorgende Apotheken sollten bei einer entsprechenden Anfrage aus dem Heim dringend auf die Empfehlungen des Robert-Koch- Instituts und das Gesundheitsamt verweisen.
Bei einem Ausbruch in Gemeinschaftseinrichtungen sollten zusätzlich zu den üblichen Hygienemaßnahmen viruswirksame, alkoholhaltige Desinfektionsmittel für die Hände und für patientennahe Flächen zum Einsatz kommen. Dem Personal empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) Schutzkittel, Handschuhe und Mundschutz. Weitere Informationen dazu erhalten die Heime - sofern nicht bekannt – beim RKI oder den Gesundheitsämtern.
Für Privathaushalte können folgende Empfehlungen weitergegeben werden:
Hände: Neben dem üblichen Händewaschen sollte der Kranke nach jedem Besuch der Toilette seine Hände desinfizieren. Eine Händedesinfektion ist für jeden erforderlich, der direkten Kontakt zu den Ausscheidungen (Erbrochenes, Stuhl, Windel) des Kranken hatte. Dafür kommen gegen Viren wirksame Desinfektionsmittel (in der Regel Alkohol-haltige) in Frage. Nähere Informationen zu Eignung von Produkten bei Norovirus-Infektionen müssen bei den Herstellern erfragt werden oder können den Produktinformationen entnommen werden. Natürlich kann auch die Liste der anerkannten Desinfektionsmittel des RKI weiterhelfen (www.rki.de).
Flächen: Die Toilette und möglicherweise Türklinken, Wasserhähne oder Flächen auf die erbrochen wurde, müssen nach der Benutzung durch den Kranken desinfiziert werden. Dafür sollte ein geeignetes Flächen-Desinfektionsmittel verwendet werden. In Frage kommen z.B. Präparate auf der Basis von Natriumhypochlorit für die Reinigung der Toilette oder Alkohol-haltige Tücher zur Schnelldesinfektion von Türklinken und anderen Flächen. Informationen zu geeigneten Fertigprodukten sind auch für diesen Fall am besten über einen Hersteller oder die Produktinformation oder über die Liste der anerkannten Desinfektionsmittel des RKI erhältlich.
Wichtig für die Beratung ist der Hinweis, dass die in der Produktinformation angegebene Einwirkzeit eingehalten werden muss.
Für die Reinigung und Flächendesinfektion sollten zum eigenen Schutz Einmalhandschuhe getragen werden.
Sofern keine Bereitschaft zur Desinfektion vorliegt, sollte wenigstens zu ausreichendem Händewaschen mit Seife oder Syndet – insbesondere nach der Benutzung der Toilette und vor der Zubereitung von Speisen – und zu einer gründlichen Reinigung von Flächen in der Toilette und der Türklinken mit üblichen Reinigungsmitteln geraten werden.
Weitere Tipps gegen Ansteckung:
- Um eine weitere Ausbreitung der Viren zu verhindern, sollten Patienten Bettruhe einhalten und möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen haben. Engen Körperkontakt oder Händegeben sollte man vermeiden
- Gründliches Händewaschen nach jedem Gang zur Toilette, nach Kontakt mit einem Erkrankten und vor der Zubereitung von Speisen
- Abtrocknen der Hände an Einweg-Handtüchern oder zumindest an einem eigenen Handtuch. Der Erkrankte selbst sollte eigene Handtücher benutzen
- Wegen der möglichen verlängerten Ausscheidung der Viren empfiehlt es sich, die Hygieneregeln mindestens bis zwei Wochen nach Verschwinden der Symptome zu befolgen
- Verunreinigte Wäsche sollte bei Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.
- Allgemein gilt, bei einer Magen-Darm-Infektion lieber zu Hause zu bleiben, weil die Gefahr, andere anzustecken, sehr groß ist.
Erkrankte Kinder unter sechs Jahren dürfen aus diesem Grund Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Auch dürfen erkrankte Personen weder in Lebensmittelberufen noch als Betreuer in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sein. Sie sollten ihre Arbeit frühestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome wieder aufnehmen.
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