Ausgabe von Heilberufsausweisen (HBA) und Institutionskarten (SMC-B)

Ausgabe von Heilberufsausweisen (HBA) und Institutionskarten (SMC-B)

Ab sofort können über unser Antragsportal über die Homepage der LAK Heilberufsausweise und SMC-B Karten beantragt werden.

Die Apothekerkammern hatten im Mai 2019 die Ausgabe von Heilberufsausweisen (HBA) und Institutionskarten (SMC-B) europaweit in einem sog. Open-House-Verfahren neu ausgeschrieben. Open-House-Verfahren bedeutet, dass jeder Vertrauensdiensteanbieter, der über die notwendigen Zulassungen verfügt und bereit ist, die in der Ausschreibung vorgegebenen Rahmen- und Endnutzerverträge zu akzeptieren, berechtigt ist für die jeweilige Landesapothekerkammer mit der er einen entsprechenden Rahmenvertrag schließt, Ausweise zu produzieren.

Die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg ist nach § 291a SGB V und den Regelungen des Heilberufe-Kammergesetz die vom Gesetzgeber benannte Stelle, die diese Karten herausgibt.

 

Als erster Vertrauensdiensteanbieter hat die Bundesdruckerei GmbH / D-Trust, Berlin einen Rahmenvertrag zur Ausgabe von Heilberufsausweisen sowie zur Ausgabe von Institutionskarten abgeschlossen. Kurz danach wurde auch ein Rahmenvertrag zur Ausgabe von Institutionskarten mit der DGN Deutsches Gesundheitsnetz GmbH / medisign GmbH, Düsseldorf geschlossen. Ab sofort können auch Heilberufsausweise bei der Kammer beantragt werden, die von der DGN Deutsches Gesundheitsnetz GmbH / medisign GmbH hergestellt werden. Das Unternehmen SHC Stolle & Heinz Consultants GmbH & Co. KG, Augsburg hat nunmehr die gematik-Zulassung zur Ausgabe von HBAs und SMC-Bs erhalten und die entsprechenden Verträge mit uns abgeschlossen.

 

Folgende Vertragspartner können derzeit Karten erstellen:

Vertragspartner

Heilberufsausweis (HBA)

Institutionskarte (SMC-B)

Bundesdruckerei GmbH /
D-Trust

Ja

Ja

DGN Deutsches Gesundheitsnetz GmbH / medisign GmbH

Ja

Ja

SHC Stolle & Heinz Consultants GmbH & Co. KG

in Anbindung

in Anbindung

Es fallen monatliche Entgelte für die Karten an, die die Leistungen des Kartenherstellers vergüten. Die Höhe der Vergütung ist Bestandteil der mit allen Anbietern abgeschlossenen Rahmenverträge und deshalb einheitlich.

Folgende Entgelte fallen an:

Heilberufsausweis (HBA):         7,48 € netto/Monat        8,90 € brutto/Monat

Institutionskarte (SMC-B):        6,30 € netto/Monat        7,50 € brutto/Monat

Für die Leistungen der Kammer werden keine Gebühren erhoben.

Die Refinanzierungsvereinbarung für die Kosten der Telematik-Infrastruktur zwischen Deutschem Apothekerverband und dem GKV-Spitzenverband ist nunmehr abgeschlossen. Die Vereinbarung gilt zunächst für die Fachanwendung des elektronischen Medikationsplans und der Arzneimittelsicherheit; für weitere Fachanwendungen (e-Rezept) müssen später erneute Verhandlungen durchgeführt werden.

Jede/r Apothekeninhaber/in hat einen Anspruch auf pauschale Erstattung der Erstausstattungs- und Betriebskosten; dies setzt voraus, dass die Apotheke an die Telematikinfrastruktur angeschlossen und das entsprechende Modul für die Fachanwendung in der Apothekensoftware betriebsbereit ist.

Apothekeninhaber/innen erhalten als einmalige Betriebskostenpauschale die Kosten für eine SMC-B pro Apothekenbetriebsstätte (Haupt- und Filialapotheken), jedoch unabhängig von der Anzahl der Betriebsstätten nur die Kosten für einen HBA erstattet.

Näheres zur Beantragung und Auszahlung gibt der dafür zuständige Nacht- und Notdienstfonds auf seiner Webseite (https://www.dav-notdienstfonds.de/ti-themen/uebersicht/) bekannt.

Wie die Beantragung eines Heilberufsausweises und einer SMC-B im Detail erfolgt, können Sie dem jeweiligen Dokument „Ablaufplan Beantragung und Bestellung eines Heilberufsausweises“ und „Ablaufplan Beantragung und Bestellung einer SMC-B“ im Downloadbereich in der rechten Spalte entnehmen.

Änderungen bei der Ausgabe von SMC-Bs durch das Patientendaten-Schutz-Gesetz

Durch das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) werden die Regelungen im SGB-V zur Telematikinfrastruktur neu gefasst und teilweise erheblich geändert.

So dürfen nach der neuen Regelung in § 340 Abs. 5 SGB V Komponenten zur Authentifizierung von Leistungserbringerinstitutionen nur an Leistungserbringerinstitutionen ausgegeben werden, denen ein Leistungserbringer, der Inhaber eines elektronischen Heilberufs- oder Berufsausweises ist, zugeordnet werden kann.

Das PDSG tritt in Kraft, sobald es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, womit in den nächsten Tagen zu rechnen ist.

Dies bedeutet im Klartext, dass mit Inkrafttreten des PDSG die Kammer bei Beantragung einer SMC-B-Karte nicht nur prüfen muss, ob für die Apotheke eine gültige Betriebserlaubnis vorliegt, sondern auch, ob der Inhaber bereits im Besitz eines gültigen HBAs ist.

Dies führt dazu, dass -auch wenn beide Karten weiterhin parallel bei der Kammer beantragt werden können- wir eine Freigabe zur Produktion der SMC-B erst erteilen können, wenn wir vom Hersteller des HBAs die Mitteilung erhalten haben, dass der HBA ausgeliefert wurde. Dies führt zu einem unvermeidlichen zeitlichen Versatz, wenn beide Karten parallel beantragt werden. Bei der Beantragung des Heilberufeausweises sollte deshalb umso mehr darauf geachtet werden, das Post-Identverfahren so schnell wie möglich durchzuführen und dabei darauf zu achten, alle notwendigen Verträge auszudrucken, zu unterschreiben und an den ausgewählten Kartenhersteller mit zu übersenden, damit sich die HBA-Ausgabe nicht unnötig verzögert.

Apothekenleiter, die bislang noch keine Karten beantragt haben, sowie zukünftige Apothekenleiter sollten dies bei ihrer zeitlichen Planung mit berücksichtigen.