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Arzneimittelfälschungen auf der Spur: Pilotprojekt securPharm gestartet

24.01.2013

Ab 2017 wird die Überprüfung der Echtheit einzelner Arzneimittelpackungen bei der Abgabe in der Apotheke europaweit verpflichtend. Um dies vorzubereiten, wurde das Pilotprojekt securPharm im Januar 2013 erfolgreich gestartet. Das Pilotprojekt wird von fünf Apotheken-Softwarehäusern unterstützt. Apotheken, die noch am Pilotprojekt teilnehmen und sich damit einen Erfahrungsvorsprung sichern wollen, können sich an ihr Softwarehaus wenden.

Bei der Echtheitsprüfung (Verifikation) wird bei der Abgabe ein Data Matrix Code (DMC)  auf der Arzneimittelpackung gescannt. Automatisiert findet eine Online-Überprüfung der PZN und packungsindividuellen Seriennummer gegenüber einer zentralen Datenbank statt. Zurückgemeldet wird der dort vermerkte Status der Packung. Ist dieser in Ordnung, kann das Arzneimittel abgegeben werden. Wird jedoch ein un¬bekannter oder ein bereits zuvor von einer anderen Apotheke als abgegeben deklarierter Code abgefragt, erhält das Apothekenpersonal eine Warnung.

Verfallsdatum und Charge in Zukunft automatisch erfasst
Der DMC ist das Kernelement des securPharm-Modells und enthält neben der PZN eine packungsindividuelle Seriennummer, die jede Packung zu einem Unikat macht und die Echtheitsprüfung einer einzelnen Arzneimittelpackung ermöglicht. Als weitere zusätzliche Information enthält der DMC die Chargennummer und das Verfallsdatum.

Keine Zusatzkosten für die meisten Apotheken
Das Modul für die Arzneimittelverifizierung wird von den Apotheken-Softwarehäusern in die Warenwirtschaftssysteme integriert. Sofern die heute in der Apotheke eingesetzten Scanner nicht ohnehin schon einen DMC lesen können, müssten diese zusätzlich bis 2017 nachgerüstet werden. Dies kann etwa im Zuge der planmäßigen Erneuerung der Computerausstattung erfolgen.

Pilotversuch seit Januar  
Seit Januar 2013 wird das Sicherungskonzept in einem mindestens dreimonatigen Feldversuch unter Alltagsbedingungen getestet und anschließend kontinuierlich weiter ausgebaut. Beteiligt sind neben vielen Apotheken die fünf Apothekensystemanbieter ADG, ASYS, Awinta, Cida und Pharmatechnik. Die teilnehmenden pharmazeutischen Hersteller stellen über den Großhandel zunächst 80 kodierte Produkte zur Verfügung. Bis 2017 sollen dann alle Hersteller mit allen relevanten Präparaten, alle Großhändler und alle Apotheken an Bord genommen werden.
 
Weitere Informationen finden Sie unter www.securpharm.de

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