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Ein Thermometer vor der gleißenden Sonne

Hitze und Arzneimittel Wichtige Tipps für den Sommer

Hitzeschutz als Gesundheitsmaßnahme

Sommerliche Hitzewellen sind längst keine Seltenheit mehr – der Deutsche Wetterdienst definiert sie als mehrtägige Perioden mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung, und sie stellen ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar.
Hitze ist somit aktuell das größte durch den Klimawandel bedingte Gesundheitsrisiko für die Menschen in Deutschland.
Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und Kinder sind gefährdet.
Doch auch Personen, die dauerhaft Arzneimittel einnehmen, sollten Hitzeperioden nicht unterschätzen: Hohe Temperaturen können sowohl die Wirkung von Arzneimitteln verändern als auch deren Qualität beeinträchtigen, wenn sie falsch gelagert werden.

Weiterführende informationen finden Sie auf den folgenden Seiten der staatlichen Behörden:

Landesgesundheitsamt Gesundheit und Hitze - LGA Gesundheitsamt Stuttgart
Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) BIÖG - Hitzeschutz und Klimawandel

Ein unterschätztes Risiko

Arzneimittel können bei Hitze anders wirken

Viele gesundheitliche Schäden durch Hitze sind vermeidbar. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose sowie Personen, die körperlich im Freien arbeiten. 

Bestimmte Arzneimittel können die hitzebedingten Risiken verstärken. Geben Sie daher besonders acht, u.a. bei folgenden Arzneimitteln:

  • Blutdrucksenker: Können zu Blutdruckabfall und Kreislaufproblemen führen.
  • Diuretika, Abführmittel: Risiko für Dehydrierung und Elektrolytstörungen steigt.
  • Antidepressiva, Opioide: Können die Thermoregulation stören und Schwitzen reduzieren.
  • Insuline und Wirkstoffpflaster (Schmerz- oder Nikotinpflaster): Bei Hitze verstärkt sich die Wirkung.
Ein Rücken mit Sonnenbrand

Einige Arzneimittel erhöhen Lichtempfindlichkeit

Einige Arzneimittel können die Lichtempfindlichkeit der Haut drastisch erhöhen. In Kombination mit UV-Strahlung kann dies zu schweren Hautschädigungen führen, die einem extremen Sonnenbrand ähneln.

Arzneimittel, die Lichtempfindlichkeit auslösen:

  • Bestimmte Antibiotika
  • Gängige Schmerzmittel (NSAR wie Diclofenac)
  • Diuretika
  • Bestimmte Blutdrucksenker (z.B. ACE-Hemmer)
  • In das Hormonsystem einwirkende Substanzen (Statine, orale Kontrazeptiva)
  • Antidepressiva
  • Psychopharmaka
     

Hitze beeinflusst Haltbarkeit von Arzneimitteln

Auch Arzneimittel selbst können durch Hitze beeinträchtigt werden: Viele Präparate verlieren bei hohen Temperaturen ihre Wirksamkeit. Grundsätzlich sollten Arzneimittel nie über 25°C gelagert werden. Gerade im Sommer sollten Sie Arzneimittel daher in kühlen Räumen aufbewahren. Besonders anfällig sind kühlpflichtige Arzneimittel, bei denen die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf.

Temperaturanfällige Arzneiformen
Salben, Zäpfchen, Säfte, Wirkstoffpflaster

Kühlpflichtige Arzneimittel
Ausgewählte Biologika, Insuline, bestimmte Antibiotika, Inaktivierte Impfstoffe etc.

Kühlkettenpflichtige Arzneimittel
Viele weitere Biologika, Lebendimpfstoffe etc.

Häufig ist die Einschränkung der Stabilität nicht sofort erkennbar, da sich die Arzneimittel chemisch, mikrobiell oder physikalisch verändern.

Auf folgende Warnzeichen sollten Sie bei hohen Temperaturen unbedingt achten:

  • Veränderungen von Farbe, Geruch oder Konsistenz
  • Erweichung von Gelatine-Kapseln oder Zäpfchen
  • Aufgeblähte Packung vor Ablauf der Haltbarkeit
Eine Apothekerin berät einen Patienten (KI-generiert)

Beratung und Tipps in Ihrer Apotheke

Ihre Apotheke vor Ort unterstützt Sie dabei, die Arzneimitteltherapie auch an heißen Tagen sicher fortzuführen. Sie steht Ihnen zur Seite,

  • wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Medikament hitzeempfindlich ist oder 
  • wenn Sie sich fragen, ob Sie bei der Einnahme bei hohen Temperaturen auf bestimmte Dinge achten sollten.

Dort erhalten Sie Beratung und Tipps zur richtigen Flüssigkeitsaufnahme und hitzekritischen Arzneimitteln sowie Aufklärung zu Warnzeichen und wie Sie sich und vulnerable Personengruppen am besten schützen können. 

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