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Versorgung mit Pneumokokken-Impfstoffen - Lieferengpässe - das PEI informiert

16.03.2020

Das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg hat uns gebeten folgende Informationen des Paul-Ehrlich Instituts zum aktuellen Lieferengpass bei Pneumokokken-Impfstoffen und zur Priorisierung bei Pneumokokken-Impfungen an die Apotheken weiterzugeben:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie darüber informieren, dass seit Freitag Lieferengpässe für Prevenar 13 und Pneumovax auf der PEI Webseite veröffentlichen werden.

Durch die hohen Bestellraten ist nur noch wenig Ware vorhanden. Wir erwarten neue Ware für Pneumovax im Mai; für Prevenar 13 war der Abfluss der Ware so überraschend, dass man uns keinerlei Auskunft darüber geben kann, wann wieder Ware erhältlich sein dürfte. Ob zusätzliche Dosen Synflorix (Säuglingsimpfstoff) auf den deutschen Markt kommen könnten, ist unklar; aufgrund des geringen Marktanteils ist es unwahrscheinlich, dass damit der Bedarf gedeckt werden könnte.

Das stellt uns alle vor einige Herausforderungen:

Es muss sichergestellt werden, dass die Risikopopulationen mit Impfstoff versorgt werden. Dafür müssen die STIKO-Empfehlungen streng eingehalten werden.

Von der Impfung anderer Bevölkerungsgruppen sollte abgesehen werden. Bitte arbeiten Sie darauf hin.

Das Prevenar 13 sollte prioritär für die Säuglings-Grundimmunisierung verwendet  werden. Wir dürfen nicht riskieren, dass diese essentielle Impfung nicht mehr sichergestellt werden kann.

Pneumovax sollte prioritär für die >60 Jährigen eingesetzt werden.

Es gibt noch andere Risikogruppen, die von der STIKO benannt sind, und geimpft werden sollten, z.B. Immunsupprimierte. Auch da sollten die STIKO Empfehlungen eingehalten werden.

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Lösungen zu finden und ggf. Ware zu importieren. Allerdings zeichnet sich ab, dass es sich um ein weltweites Problem handelt. Wir werden unter Umständen mit den Mengen, die für den deutschen Markt vorgesehen waren, auskommen müssen. Wir bitten Sie daher in dieser Sache um enge Kollaboration und werden Sie zeitnah informieren, wenn es Veränderungen gibt.

Bitte versuchen Sie auch, soweit es in Ihren Möglichkeiten liegt, Export zu verhindern, das PEI aber auch zu informieren, wenn Sie Anhalt dafür haben, dass Pneumokokkenimpfstoffe vermehrt exportiert werden.

Prioisierung bei Pneumokokken-Impfungen

Inzwischen liegt eine Priorisierungsempfehlung der STIKO vor. Es ist wichtig, dass bei der Verordnung von Impfungen und beim Verkauf durch die Apotheken nach diesen Kriterien vorgegangen wird, damit die Populationen mit dem größten Risiko geschützt werden können. Die Empfehlung lautet, wie folgt:

Pneumovax® 23 und Prevenar® 13

Bis auf weiteres sind beide Pneumokokkenimpfstoffe nur eingeschränkt lieferbar.

Um besonders vulnerable Personengruppen möglichst effektiv und entsprechend ihrem Risiko zu schützen, soll wie folgt vorgegangen werden:

Prevenar®13 soll ausschließlich für die Grundimmunisierung im Säuglingsalter bis zu einem Alter von 2 Jahren verwendet werden. Sollte Prevenar®13 nicht verfügbar sein, kann auf Synflorix® (10-valenter Pneumokokkenkonjugatimpfstoff) ausgewichen werden.

Pneumovax®23 soll prioritär für folgende Personengruppen verwendet werden:

  • Patienten mit Immundefizienz
  • Senioren ab dem Alter von 70 Jahren
  • Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen

Auch bei Wiederverfügbarkeit der Impfstoffe sollten Pneumokokken-Impfungen ausschließlich dem Personenkreis vorbehalten bleiben, der in den gültigen Impfempfehlungen der STIKO benannt ist (die aktuellen STIKO-Empfehlungen finden Sie hier:  www.rki.de/stiko-empfehlungen).

Vielen Dank für Ihre Kollaboration. Der STIKO Handlungshinweis wird in Kürze auch auf der RKI Webseite abrufbar sein, und  von der Lieferengpass-Seite des PEI aus verlinkt werden:

 https://www.pei.de/DE/arzneimittel/impfstoffe/lieferengpaesse/lieferengpaesse-node.html

 

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