- 17.06.2026
Für außerordentliche Verdienste Verleihung von Verdienstmedaille und Ehrennadeln
Im Rahmen der letzten Sitzung der 17. Vertreterversammlung am 16. Juni 2026 erhielt Dr. Franz Peter Kaiser für seinen langjährigen Einsatz als Rechnungsführer mit der Verdienstmedaille die höchste Auszeichnung der Landesapothekerkammer. Ebenfalls für ihr bemerkenswertes Engagement erhielten Elfriede Hoffmann und Dr. Ernst Pallenbach die Ehrennadel der Kammer.
Die Verdienstmedaille hat sich Dr. Kaiser redlich verdient: Seit über 20 Jahren wachte er als Vorsitzender des Haushaltsausschusses über den Etat der Kammer.
Diese Funktion ging mit einer enormen Verantwortung einher. Durch großes Verhandlungsgeschick und Beharrlichkeit konnte Dr. Kaiser mehrfach eine Beitragssenkung für Mitglieder und sogar eine Rückerstattung gezahlter Beiträge während der Corona-Pandemie erwirken.
Seine Begeisterung für die Berufspolitik kam im Amt als Rechnungsführer nicht zu kurz. Die Vorstellung des Haushalts setzte Dr. Kaiser stets in Bezug zu aktuellen berufspolitischen Entwicklungen und meldete sich auch bei anderen Gelegenheiten mit Empathie und Leidenschaft zu Wort. Es verwundert also kaum, dass er fünfmal direkt in sein Amt gewählt wurde.
Doch auch jenseits finanzieller Fragen war Dr. Kaiser sehr engagiert: Sechs Jahre lang gestaltete er als wissenschaftlicher Leiter den Schwarzwälder Frühjahrskongress und bewegte sich dort in einem Themenspektrum von neurologischen Erkrankungen bis hin zu Erkrankungen des Bewegungsapparats.
Kammerpräsident Dr. Martin Braun fasst das Engagement seines langjährigen Kollegen wie folgt zusammen: „Für die LAK ist Dr. Franz Peter Kaiser ein wahrer Glücksgriff. Er verstand es meisterlich, die pharmazeutischen und kaufmännischen Aspekte unseres Berufs zu verbinden und über viele Jahre zum Wohle des Berufsstands einzusetzen. Vor dieser Leistung habe ich großen Respekt.“
Stimme der Angestellten
Mit der Ehrennadel erhielt auch Elfriede Hoffmann eine bedeutende Auszeichnung der Kammer. Kaum jemand setzte sich so sehr für die Belange der Angestellten in der Apotheke ein wie sie. Als sie 1994 zum ersten Mal in die Vertreterversammlung gewählt wurde, war sie schon mehrere Jahre bei der Apothekengewerkschaft ADEXA aktiv gewesen.
In der Vertreterversammlung stritt sie fortan umso leidenschaftlicher für die Interessen angestellter Approbierter, aber auch von PTA und PKA. Für letztere Berufsgruppe setzte sie sich darüber hinaus ganz besonders ein: So war sie z. B. im Rahmen einer BAK-Arbeitsgruppe 2012 direkt an der Novellierung der PKA-Ausbildungsordnung beteiligt und trug nicht nur dadurch zu einem modernen Berufsbild bei.
Ihren eigenen Erfahrungsschatz gab Elfriede Hoffmann stets gerne weiter. Viele Jahre leitete sie eine Filialapotheke, schrieb ein Buch über diese Tätigkeit und war ermächtigte Apothekerin in der Weiterbildung Allgemeinpharmazie.
Ein neues Verständnis von Suchtpharmazie
Ebenfalls mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurde an diesem Tag Dr. Ernst Pallenbach. Mit seinem jahrzehntelangen Engagement im Bereich der Suchtprävention setzte er bedeutende Akzente in diesem Themenfeld.
Besonders bemerkenswert ist dabei der Beginn seines Wirkens: Als er 1994 in die Vertreterversammlung gewählt wurde, spielte die Suchtprävention in der Apotheke bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Es war Dr. Pallenbach stets ein Anliegen, den Blick zu weiten und die Dimension des Problems von Arzneimittelabhängigkeit zu verdeutlichen. Dabei bezog er bewusst weitere Zielgruppen mit ein wie Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten.
Dr. Pallenbachs kontinuierliches Engagement hatte messbaren Erfolg: Im Rahmen seines vom BMG geförderten Projekts „Ambulanter Entzug Benzodiazepin-abhängiger Patienten durch Apotheker und Hausarzt“ konnten drei Viertel der Teilnehmenden ihre Dosis spürbar reduzieren oder sogar komplett absetzen. Damit prägte er das Verständnis von Suchtpharmazie und stärkte die Rolle von Apotheken in diesem Bereich nachhaltig.